Lady Ann meets England











Ich kann es einfach nicht glauben! Es ist so typisch ich. Ihr werdets mir kaum glauben, aber ich habe es tatsächlich geschafft, mir, nach langsamem Einleben, schon einen fatalen Fehler zu leisten! Ich war noch nie ein beliebtes Mädchen, bin es jetzt nicht und werde es auch nie sein. Das weiss ich und ich gebe mir einfach Mühe, so gut wie möglich akzeptiert zu werden und „dabei“ zu sein.

Ich merke zwischendurch wieder, dass ich halt nicht der Mittelpunkt in unserer Klasse bin und ich gehe oft hinter den anderen anstatt neben ihnen und niemand spricht mit mir, wenn ich nicht das Gespräch beginne. Ich nehme das nicht sooo als Problem war, da ich denke, es wird vielleicht besser. Und solange mich niemand mobbt, ist alles für mich OK.

Alexis, meine Zimmerkollegin, ist der totale Gegensatz zu mir. Sie ist ein Partygirl, sie ist sofort extrem beliebt, überall dabei, ein bisschen ein Bad Girl, war öfters betrunken und hat mit Jungen geschlafen und sie raucht.
Und gerade der letzte Punkt hat mir jetzt ein Problem beschert an dem nur ich Schuld bin und ich nicht weiss, wie das ganze rauskommen wird.

Fakt ist, dass Alexis öfters mal mit Lindsey und ein paar anderen (von denen ich nicht weiss, wer sie sind, da das ganze Thema Rauchen eher geheim ist) rauchen gegangen – ausserhalb des Schulareals.
Vorgestern wurden sie von einem Lehrer erwischt, aber er hat sie nur ermahnt und keine weiteren Strafen unternommen. Trotzdem ist Alexis ziemlich nervös, da sie Angst hat, der Lehrer könnte ihren Eltern etwas erzählen.
So wie es rüberkommt, hat sie nämlich ziemlich schwierige Familienverhältnisse (Mutter schlägt sie und Alexis hasst ihre Mutter und der Vater trinkt anscheinend ziemlich viel und interessiert sich nicht so für seine Tochter). Wahrscheinlich wird Alexis mit 16 von zuhause ausziehen.

Naja, auf jeden Fall dachte ich, dass bisher jeder weiss, dass Alexis raucht und heute in der Physikstunde ist es mir rausgerutscht. Ich dachte, ich rede nur zu einem Jungen, der es eh schon weiss. Aber nein, ich bin so dumm und merke nicht, dass noch andere zuhören! Der Lehrer natürlich nicht inbegriffen, versteht sich.
Auf jeden Fall haben mich nachher Mädchen aus meiner Klasse angesprochen, warum ich das gemacht habe. Alle hätten es gehört und das sei nicht gut. Alexis wolle nicht, dass es alle wissen. Ich fragte die Mädchen, ob Alexis wisse, was ich gesagt habe und ob sie wütend auf mich sei. Beide Fragen wurden bejaht.
Für mich war es mittlerweile einfach klar gewesen, dass Alexis raucht und ich dachte, dass die meisten es wüssten. Ich ging ja nicht gross rum und habe es erzählt. Mir ist einfach eine kleine Bemerkung rausgerutscht und jetzt stehe ich als „Täderlichatz“ da, der man nicht vertrauen kann. Jetzt kann ich den Anschluss ja wohl vergessen, nicht!?!!

Ich habe mich ziemlich aufgewühlt bei Alexis entschuldigt und halb geweint. Ich bin soooo wütend auf mich selbst. Der heutige Tag war vom sozialen Aspekt her gut verlaufen, und was mache ich? How stupid can one person be???

Alexis hat mir vergeben und ich glaube, sie ist nicht mehr wütend auf mich. Aber im Moment ist sie bei anderen im Zimmer und ich habe das Gefühl, morgen wird schon die ganze Schule wissen, was ich gemacht habe.
Na, gute Nacht! Das Vertrauen ist weg, bevor es sich entwickeln konnte. Und in Hausaufgaben ertrinke ich auch.
Ich werde ja sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Das einzige, was ich hoffen kann, ist, dass es die Leute schnell vergessen und mich niemand deswegen ausschliesst. Schliesslich kann so was mal passieren, oder doch nicht?!

Und irgendwie stockt meine Musik auf dem Computer immer beim Abspielen. God knows why.
Mann… alles läuft schief, nachdem ich gedacht habe, alles laufe gut.
…..
Scheisse
…..



{Januar 29, 2008}   Hey mal wieder! ^^

Ich schaffe es offenbar einfach nicht, öfters als einmal in der Woche einen Blog zu schreiben…
Entschuldigung dafür!

Ich werde euch zuerst mal etwas von meinem Wochenende erzählen…
Also, dieses Wochenende wollten Chloe und ich nach Maryhill zum einkaufen gehen, aber uns wurde erst am morgen gesagt, dass der Bus kaputt ist und wir deshalb nach Wolverhampton gehen sollten. (wirklich gehen – zu Fuss, was nicht weit wäre) Als wir dann, etwas verspätet, auf jemanden warteten, der uns nach Wolverhampton begleiten sollte, sahen wir meinen Business Studies Lehrer auf dem Platz stehen.

Dazu eine kurze Zwischenbeschreibung von diesem Unikat von Mensch. Manche finden ihn blöd, manche finden ihn witzig und sehr intelligent (ich zum Beispiel) und manche finden ihn einfach nur „strange“ (na gut, das ist er auch…^^). Als Lehrer ist er auf jeden Fall gut und streng. Er erwartet aber noch, dass man am Anfang der Stunde aufsteht und ihn „im Chor“ begrüsst. Naja…
Die Leute, die er nicht gerne hat, werden öfters mal Opfer von sarkastischen Bemerkungen (englischer Humor lässt grüssen ;) ). Aber auch alle anderen kriegen ihr Fett weg: das wichtigste ist, dass man gut reagiert – möglichst mit Gegen-Sarkasmus.
Kurz und gut, ich mag ihn und er findet mich, glaube ich, ziemlich klug – dabei hab ich gar keine Ahnung vom Business – hehe :)

Auf jeden Fall hat uns Mr. Walker (der Lehrer) eingeladen, mit seinem Auto nach Birmingham zu fahren. Er wollte uns eine kleine Führung durch die Stadt verpassen und uns dann im grossen Einkaufszentrum am sogenannten Bullring shoppen lassen. (SELFRIDGES – gäll Mum!! :) )

Ich habe mir keine Kleider gekauft, aber eine Telefonkarte, ein paar Turnschuhe und was zu essen. So langweilig, nicht? Aber trotzdem habe ich alles in allem ca. 55 Pfund ausgegeben. (ziemlich viel – man rechne mal 2.5 für Schweizer Franken) Am Sonntag -hab ich nicht mehr so viel gemacht, da das Schwimmen abgesagt wurde -_-

Sonst im Alltag geht es mir ziemlich gut, habe nur viel Aufgaben. Die Tests hier sind aber supereinfach, ich musste für Chemie etwa zehn Minuten lernen und hatte alles richtig. Und so ein Genie bin ich auch wieder nicht! (Man vergleiche mit Chemietests zuhause – Aufwand und Erfolg =) )
Mit der Klasse läuft es immer besser und ich freue mich schon sehr auf die Skiferien.

Ganz liebe Grüsse
Ann



{Januar 22, 2008}   Blog 21.1.08

Es ist fünf nach elf und eigentlich sollte ich ins Bett gehen. Ich bin immer noch die ganze Zeit müde, aber ich habe mich jetzt langsam daran gewöhnt, deshalb schreibe ich noch einen Blog. Tut mir leid, dass ich schon so lange nicht mehr geschrieben habe! Ich hatte ein ziemlich volles Wochenende und die Schule ist auch ziemlich anstrengend, aber dennoch ganz in Ordnung.
Nicht zu fassen – es ist erst Montag und ich will schon unbedingt wieder Wochenende ;) Aber ich denke, das geht allen ein bisschen so. Schule war ja schon immer etwas, dass man zwar erduldet, aber auch nicht vermisst, wenn es nicht da ist. Auch wenn ich zwischendurch gerne in die Schule gehe – ist es nicht so?

Aber jetzt zu etwas Wichtigerem:
Endlich ist meine Mitbewohnerin in unser Zimmer gezogen! Sie kam am Sonntag zusammen mit ihrer kleinen Schwester und dem noch kleineren Bruder. Ihre Schwester Jennifer teilt sich – ich habe es glaube ich schon erwähnt – ein Zimmer mit Jasmine und Chloe.
Und mein Roommate heisst also Alexis und ist halb Philippinerin, halb Engländerin. Aber ihr Englisch ist perfekt, das heisst, ich kann von ihr lernen =)
Sie ist sehr nett und alle finden sie extrem hübsch, was sie auch ist. Auf jeden Fall ist sie sehr höflich und bedankt sich überschwänglich, wenn ich ihr etwas gebe oder ausleihe. Alle Jungs schauen ihr nach, aber sie hat schon einen Freund. Aber es ist unglaublich: Sie ist erst vor ca. 1 ½ Wochen von Hong Kong nach England gezogen und hat schon einen festen Freund. So schnell geht das also bei ihr- das ist wohl ein Beweis, was für ein cooles Girl sie ist =)
Auf jeden Fall muss ich aufpassen, dass ich nicht neidisch auf sie werde :) Aber ich mag sie wirklich und bin sehr erleichtert, dass wir uns gut verstehen.

Ich habe herausgefunden, dass es irgendwie nicht funktioniert, Bilder auf meinen Blog zu laden. Deshalb werde ich in nächster Zeit Fotos von den Leuten hier machen und diese in meinen Space stellen. Die Adresse ist:
http://www.ann-girl1992.spaces.live.com/
Es sind aber momentan noch keine Fotos von England drauf!

Gewisse Leute haben mir gesagt, dass mein Blog etwas verwirrend ist. Wenn ich irgendwie neben den Hausaufgaben die Zeit finde, einmal die, für mich, wichtigsten Leute aufzulisten und sie zu beschreiben, dann werde ich das in nächster Zeit tun, um euch meine verschwurbelten Gedanken etwas zu erklären.

Ganz Liebe Grüsse
LaDy.AnN. (alias Lil’ InDiGo GiRl)

P.S. Mein Internet (oder das der Schule) spinnt im Moment, deshalb kommt der Blog von gestern erst jetzt online. Hoffe, das Internet funktioniert später wieder. Jetzt geht auf jeden Fall alles.



Hallo alle zusammen!

Habe schon lange nicht mehr geschrieben – jetzt müssen die Hausaufgaben eben ein bisschen zurücktreten, damit ich Zeit für meinen Blog habe.

Das erste Wochenende war ziemlich cool, wir gingen nach Maryhill um einzukaufen. Das ist ein riiieeesiges Shoppingcenter – ich fühlte mich irgendwie an Amerika erinnert und was man von den Einkaufsmöglichkeiten dort so hört.
Danach kam Chloe (habe ich sie schon erwähnt?? Ein nettes elfjähriges Mädchen – sehr reif für ihr Alter!) in mein Zimmer und blieb so ziemlich das ganze Wochenende bei mir. Meg bleibt am Wochenende auch hier und ich hatte die Gelegenheit, sie ein bisschen besser kennen zu lernen. Ich mag sie wirklich und bin also zumindest im Haus gut aufgehoben. Jetzt bin ich einfach noch gespannt auf meine neue Zimmerkollegin. Ihre kleine Schwester wird sich mit Chloe und ihrer Mitbewohnerin Jasmine (Jas) ein Zimmer teilen. Sie heisst Alex und ich glaube, sie kommt schon morgen, nicht erst Sonntags! Ich werde ihr wohl die Schule nicht so gut zeigen können, wie ich gerne möchte, aber ein bisschen was erklären kann ich sicher.

In der Klasse bin ich noch überhaupt nicht sicher, wie die Kinder so sind. Die Jungs reissen einfach dumme Sprüche und sind etwas unreif (wen wunderts ;) ), aber ein paar von ihnen scheinen ganz nett zu sein.
Die Mädchen ziemlich nett (die meisten). Sie können aber auch etwas „bitchy“ sein…
Wir sind sieben Mädchen (mit mir) und etwa 12 Jungen in der Klasse. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Ich hoffe einfach, dass ich akzeptiert werde!! Momentan weiss ich einfach nicht, woran ich bin, aber es wird schon alles gut werden.

Der Unterricht in der Schule ist gut, ich werde zwar nicht das lernen, was ich zuhause würde, aber wir werden sehen.
Ich bin im Moment weder sehr über- noch unterfordert und die Lehrer sind, wie überall, teils Top, teils Flop. Mit Flop ist hier aber nicht jemand gemeint, der uns gar nichts beibringt. Das scheint es hier zum Glück nicht zu geben. Mit Flop meine ich nur etwas sehr unfreundlich und streng.

Ich bin also einfach im Moment noch sehr unsicher, aber ich kenne mich immerhin auf dem Schulgelände schon besser aus.
Ich weiss einfach, dass ich sicher immer auf Annie (eigentlich soll ich sie Ani schreiben, also tu ich das ab jetzt), Meg und Chloe vertrauen kann. Sie werden mir sicher helfen…

Jetzt weiss ich gerade nicht, was ich noch schreiben soll :) Ich sollte meine Hausaufgaben jetzt machen =)

Ich vermisse euch alle!

Lots of Love
Ann



Dies wird ein sehr Kurzer Post, es ist nur, um ein Paar Dinge zu aktualisieren.
Wie ihr bemerkt, habe ich jetzt Internet!! Ich konnte also meine Mails beantworten und ich bin wirklich happy.
Die Mädchen hier sind wirklich nett, ich weiss nur noch nicht, was ich dieses Wochenende machen werde, da Annie über die Wochenenden nach Hause geht, ebenso ihr Room Mate Meg. Wir werden sehen.
Mit den Freizeitaktivitäten hat sich alles geklärt, ausser dem Singunterricht, dem Adventure Camp in den Osterferien und den Dingen, die man übers Wochenende tun kann. Aber das hat auch noch etwas Zeit.

Wir haben einen wirklich vollen Stundenplan – es ist seeehr ermüdend. Wir haben nämlich keinen freien Nachmittag, immer um die gleiche Zeit Schule, und Aktivitäten, die man auswählen kann, die aber obligatorisch sind. Also hat man jeden Tag von ca. halb neun – neun bis fünf Uhr Schule oder Aktivitäten. Aber was solls. Oder wie mein Lieblingswort schon jetzt ist: Whatever.

Aber ich denke, es wird sich alles zum Guten wenden. Ausser, dass ich das Gefühl habe, ich werde nach zwei Wochen schon alles erlebt haben, was man kann, und wieder nach Hause gehen. Schade eigentlich…

Lots of Love
Ann



Ich wusste, dass die erste Krise kommen würde. Aber gleich am zweiten Tag? Alles fing damit an, dass mir die Leiterin des „Hauses“ in welchem ich wohne, gesagt hat, ich könne ein Kabel für den Internetanschluss im „I.T. Department“ in der Schule bekommen und sie würde mich heute dem „Head of year“ vorstellen und dafür sorgen, dass ich dieses Kabel bekommen würde.
Es war dann aber so, dass sie einfach beim Frühstück (nachdem ich sie angesprochen hatte!) ein chinesisches Mädchen dazu bestimmte, mich zum „Head of year“ zu bringen. Ich muss zugeben, ich kenne mich in der Schule echt noch nicht aus, erst in meinem „Haus“ weiss ich langsam, wo sich was befindet. Anscheinend hatte der „Head of year“ – Mr. Boag-Munroe – aber so ziemlich keine Zeit für uns und wusste weder, welche Fächer ich gewählt hatte, noch, wohin ich zu gehen hatte. Wir fanden dann doch irgendwie raus, in welche Klasse ich gehörte, und meine chinesische Begleiterin lieferte mich bei den sehr netten, aber etwas tussiehaften Mädchen meiner Klasse ab.
Ich bekam von der netten Geographielehrerin auch einen Stundenplan, nur kann man darauf nicht alles erkennen, aber irgendwie werde ich das schon schaffen.

Der Tag allgemein war ganz OK, die Schuluniform stört mich überhaupt nicht und ich werde sehr wahrscheinlich noch ein Photo online stellen, sobald ich Internet habe.

Und da wären wir schon wieder bei meinem „Sorgenthema“. Als ich nämlich nach der Schule Mrs. Shand – die Leiterin meines „Hauses“ – fragte, was nun mit dem Internetkabel sei, schaute sie mich nur verwirrt an und fragte, ob mich Mr. Boag-Munroe denn nicht zum „I.T. Department“ geschickt oder begleitet habe. Nein, hat er natürlich nicht. Dabei möchte ich unbedingt Internet haben und meinem Schatz, meinen Eltern und Kollegen schreiben.
Morgen werde ich mir dieses Kabel holen, koste es, was es wolle! Ausserdem muss ich noch einige organisatorische Dinge erledigen, von denen ich keine Ahnung habe und bei denen mir anscheinend Mrs. Shand nicht so ganz helfen kann. Whatever…

Ich habe ein sehr nettes Mädchen, das ein Jahr über mir ist, kennen gelernt. Sie heisst Annie und wohnt im selben „Haus“ wie ich. (Es gibt nur ein Haus für Mädchen!! Und es hat sooo viele Chinesen!) Sie würde mir echt ALLES zeigen und ich würde sie nicht nerven. Aber heute ist ihre Zimmergenossin gekommen und ich glaube, ich gehe ihr etwas auf die Nerven. Kann ich schon verstehen, ich komme mir selbst wie ein rumheulendes Taugenichts-Unwissend-Kind vor, aber ich kann nun mal nichts daran ändern, dass ich mir Sorgen mache.

Ich werde auch noch einen „Room-Mate“ bekommen, aber irgendwie wird diese erst ab nächster Woche hier einziehen. Gut, es spricht nichts gegen ein Einzelzimmer, aber ich hoffe wirklich, dass wir uns gut verstehen. Es kann sonst hier schon etwas langweilig werden, wenn ich nicht an Annie und ihrer Mitbewohnerin „kleben“ möchte. Aber jetzt werde ich dann gleich raufgehen und ein paar Kekse mit ihnen essen, ob sie wollen, oder nicht! :)
Ich umarme euch alle ganz fest!
Ann (Nice abbreviation, isn’t it? ;) )



{Januar 10, 2008}   First Blog – 08.01.08

Jetzt sitze ich also im Flieger und habe endlich den Blog zu schreiben begonnen, denn ich musste warten, bis das Anschnallzeichen erloschen war. Man hält sich schliesslich an die Regeln. Meine Mutter hatte Recht: Dank dem guten Wetter kann ich den Boden immer noch sehen und anfangs hatte ich eine wunderschöne Aussicht auf die schneebedeckten Berge, obwohl ich keinen Fensterplatz habe.

Meine Nervosität ist momentan wie weggeblasen. Als die Boarding-Time für den Flieger etwa zehn Minuten zu spät am Bildschirm angezeigt wurde, war ich dann doch etwas verunsichert. Aber ich habe es doch geschafft – ohne von der netten Stimme vom Lautsprecher aufgerufen zu werden oder mich im Flughafen zu verlaufen.

Jetzt bin ich gespannt, ob ich es mit meinem Übergewicht (natürlich das des Koffers :p ) auch durch den Flughafen in Birmingham schaffe. Aber ich werde mir wohl einfach ein Gepäckwägelchen nehmen…
Mal schauen, wer mich dann abholen wird. In meinem Kopf habe ich jedenfalls immer noch das Bild von einem sehr streng aussehenden jungen Mann im schwarzen Anzug und mit Krawatte. Er würde dann mit unbewegter Miene und verschränkten Armen am Ausgang stehen. Ausserdem müsste er eine Sonnenbrille aufhaben und vielleicht ein verstecktes Mikrofon am Kragen. Also so eine Mischung zwischen „Man in Black“, Agent Smith aus „Matrix“ und einem Durchschnitts-Bodyguard.
Oder wird es vielleicht doch ein zerstreuter Professor sein??

Neben mir sitzt eine nette Dame, die in Japan gelebt hat und ein japanisches Buch liest. Aber jetzt wohnt sie in Brimingham; weiss aber nicht, wo Wolverhampton liegt. Naja, anscheinend komme ich vom Kaff ins Kaff :)

Ich grüsse euch alle ganz herzlich und werde euch auf dem Laufenden halten, wie es mir in good old England so ergeht…

Ann



{Januar 2, 2008}   A crime?

„It’s the wrong kind of place to be thinking of you“

„It’s a small crime – and I’ve got no excuse“

Diese Zeilen stammen aus einem wunderschönen und sehr traurigen Lied, das 9 Crimes heisst und von Damien Rice ist. Es enthält eine solche Kraft für mich, dass ich es gleich versucht habe, auf dem Klavier zu spielen. Und jetzt höre ich es mir immer wieder an, auch wenn ich ein wenig traurig und nachdenklich dabei werde. Aber vielleicht muss das manchmal auch so sein. Nachdenklichkeit ist doch eine gute Voraussetzung, um einen Blog zu schreiben, nicht?

Aber ich frage mich, ob diese Zeilen, aus dem Zusammenhang gerissen, auch auf meine Situation und diejenige vieler anderer zutreffen.

Bei diesem Lied beginne ich, über Liebe nachzudenken, da es von gescheiterter Liebe, Enttäuschungen und Fremdgehen handelt. Wer bestimmt, dass eine feste Beziehung gewisse Grenzen setzen soll, die verbieten, an andere zu denken, als an den Partner? Vor allem bei junger Liebe. Oder vielleicht auch nur Verliebtheit?

Wann fängt Fremdgehen an? Miteinander schlafen? Küssen? Umarmen? Oder doch schon im Kopf?
Ist es ein Verbrechen, sich zu anderen Personen hingezogen zu fühlen? Ich spreche nicht von verlieben. Ich meine nur eine gewisse Kraft, die man spürt, die einem zu anderen Menschen hinzieht, der nicht der/die eigene FreundIn ist.

Wofür verpflichtet man sich, wenn man eine feste Beziehung eingeht? Vor allem in meinem Alter? Wer redet denn von Zukunftsplänen, Heirat, Kindern? (Fast) Niemand!

Ich kann mir diese Fragen nicht beantworten. Vielleicht ist es gut, dass man sich – auch in einer Beziehung – doch nicht immer alles erzählt. Dabei geht es selbstverständlich nicht um Lügen. Nur um kleine Geheimnisse.

Ich denke, dass gewisse Grenzen überschritten werden dürfen. Aber nur, wenn man dabei niemanden verletzt – weder psychisch noch physisch…



{Januar 1, 2008}   Hello world!

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et cetera