Lady Ann meets England











{August 29, 2009}   Es kommt die Zeit…

…in der das Wünschen wieder hilft. (Die Toten Hosen – Wünsch dir was)

 

Es ist doch schon bald 8 Monate her, doch es bleibt unvergessen…

Man sagte mir, dass es nicht funktioniert, dass sich Zurückziehen und sämtliche Gefühle ignorieren der einzig mögliche Weg wäre.

Aber was, wenn man für einmal Teenies unterschätzt? Logischerweise werde ich niemals ganz vergessen können und ich denke da vor allem an Harry aus „Harry und Sally“, der so treffenderweise behauptet hat, eine Freundschaft zwischen Mann und Frau sei sowieso nicht möglich. Aber was nun, wenn man wie Erwachsene über Enttäuschungen, Utopien und Gefühle reden kann. Obwohl man noch keine 18 ist und völlig unerfahren? Was sogar, wenn viele Erwachsene dies nicht einmal schaffen würden?

Nun, ich war noch nie eine feige Person und ich versuche grundsätzlich, mich meiner Vergangenheit, meinen Problemen und Fehlern zu stellen. Ob es mir gelingt ist fraglich, doch ich schätze es, wenn kleine Erfolge sichtbar werden. Genauso versuche ich, Vorurteile nicht aufkommen zu lassen und jeden Menschen vom Punkt 0 an kennenzulernen. Ich behaupte, ich habe schon mehr als eine Freundin damit gewonnen.

Aus dem gleichen Grund versuche ich auch nicht, nachtragend zu sein. Sondern ich gestalte das Geschehene für mich in einem Grauton – niemals nur schwarz-weiss. Doch was, wenn das Grau etwas falsch und etwas zu dunkel ist? Dann benötigt man eine Person, die einem die Augen öffnet und hilft, zu verstehen. Wenn dann von beiden Seiten der Klärungsbedarf erkannt wird, sollte man diesen nicht verdrängen. Auch wenn es schwierig scheint, zu vergessen – oder es unmöglich ist. Man kann seine Ansichten immer relativieren.

Ich fühle, dass ich vor einer grossen Prüfung in meinem Leben stehe. Dennoch bin ich unendlich dankbar, dass ich (durch diese erwähnte Person) die Chance bekomme, die Herausforderung anzunehmen. Ich bin schon mehrmals an der fast gleichen Aufgabe gescheitert und war (noch) nicht stark genug. Doch ich bin ebenfalls kein Mensch, der einfach resigniert. Das wäre eher unkreativ und zu simpel.

Nun selbstverständlich habe ich Angst. Meine Hoffnungen und Erwartungen sind nach wie vor zu gross. Ich weiss immer noch nicht, ob ich mich als so besonders einschätzen darf, oder ob ich zu unbedeutend bin. An diesem Punkt weiss ich nur, dass der Anfang begonnen hat. Der Anfang einer Zeit, in der viele Wünsche gemacht werden. Ob das Wünschen tatsächlich helfen wird, weiss ich nicht. Ich vertraue darauf, dass es auch für mich ein Happy End geben wird. Ich spreche nicht von Utopie, eher von Zufriedenheit mit der Situation.

In dem Sinne: Wünscht mir Glück auf meinem Weg mit der neuen Herausforderung, die erst begonnen hat.

 

Lasst euch nie unterkriegen – Steht auf, wenn ihr am Boden seid…

Ann



{Dezember 27, 2008}   a small poem for a heartbreaker

When I ruled the worldthe end of an illusion

 

I can’t believe how safe I once felt

A being that lacked maturity

Just until you lifted me up high

Only to throw me to the cold floor.

 

I can’t help doubting this memory

That lies hiding somewhere in my mind

Are those promises sweet little lies

Gone as quickly as dead autumn leaves?

 

It seems so true when you make me smile

Luckiness suffocates me inside

Just because it’s unavoidable

Whenever you leave it kills my heart!

 

Now I’m forced to stare at the pieces

Of my vanishing self-confidence

And as soon as I realise this

I begin to mourn my shattered world.

 

If one day I told you all these things

You would say that I am a poor girl

But I never wanted sympathy

I only ever craved for your love.



{April 8, 2008}   Widerwille und Motivation

 

Da bin ich also wieder.

Wirklich gut geht es mir dabei schon nicht, das muss ich zugeben.Ausserdem habe ich ein sehr flaues Gefühl im Magen und fühle mich etwas krank. Aber ich denke, das ist rein psychischer Natur.

Auf dem Weg vom Flughafen hatten wir sehr viel Verkehr und wir brauchten gut 1 1/2 Stunden für die Strecke, die sonst in 50 Minuten zu bewältigen ist.

Jetzt bin ich daran, auszupacken und warte auf Alexis.Chloe ist schon wieder da und wir haben schon etwas geredet. Es sind auch alle total lieb und eigentlich läuft alles, wie es soll.

Nur, dass ich einfach nicht hier sein will.

Es tut mir leid, falls ich jetzt jemanden enttäusche, weil ich weiss, dass ich im Selbstmitleid versinke. Es ist halt nicht einfach oder sogar nicht möglich, Heimweh einfach so abzuschalten. Ich bin aber auf der anderen Seite auch motiviert, das „Projekt Austauschjahr“ nochmals anzugehen. Vielleicht schaffe ich es ja wirklich, glücklich(er) zu werden. Vielleicht kann ich über meinen Schatten springen. Vielleicht kann ich die Tränen, die mir schon wieder hochkommen, einfach runterschlucken.

Vielleicht…

Ich glaube, heute werde ich genügend früh ins Bett gehen… Und morgen sieht die Welt schon wieder etwas anders aus, wie man so schön sagt. Ich glaube daran, dass ich es zumindest noch eine Zeit hier aushalten werde. Ich wusste ja, dass es hart wird, von zu Hause wieder hierher zu kommen.

Aber zuerst habe ich jetzt nur drei Tage Schule und dann schon mein erstes Wochenende vor mir! Chloe wird zwar nicht hier sein, aber ich werde mich etwas erholen.

Und Mrs. Shand fragen, was mir denn jetzt eigentlich alles erlaubt ist, am Wochenende zu unternehmen. Ich habe die ganzen 2-3 Monate ja am Wochenende nie wirklich was unternommen. Eigene Faulheit und blöde Umstände waren wohl die Hauptursachen. Irgendetwas muss sich da schon noch ändern.

Ich will auf jeden Fall mit Alexis mal was machen. Vielleicht ja auch mit Ani, wenn das mal klappen sollte. Nach London ist sie ja doch nicht gekommen. Wir werden sehen.

Die Ferien waren übrigens toll: London ist eine grossartige, aber sehr hektische Stadt. Und in der Schweiz gab es fast keinen Tag, an dem ich nicht irgendjemanden besucht habe. Ich scheine ja doch ein paar Freunde zu haben… Das wären auch die Leute, die mich unterstützen, ob ich das hier jetzt durchstehe oder früher nach Hause gehe.

Wir werden sehen…

Ich danke euch allen, die immer für mich da sind – mit Rat und Tat oder einfach nur mit purer Ratlosigkeit. :)

I love you all!

Ann

 



This post is going to be in English because I just can’t be bothered to change into another language at the moment :) Sorry for the spelling mistakes – nobody’s perfect! =)

And I don’t know, but maybe I hope that not as many people will understand what I’m writing. I feel more secure, although I know that most of the people who are reading this blog understand English.
Yeah, my darling doesn’t, but I will surely talk to him anyway.

The thing is that I decided to stop lying. Or at least start to say what I really think.
I sometimes didn’t write into my blog when I was feeling bad. And that was quite often I have to admit.
Why did I not write into the blog?

Because the first time I wrote really pessimistic some rumours spread. They were talking about me not feeling well and I had the impression that those rumours were not really favourable.
But on the other hand, who has the right to tell me how I have to feel?
Who says that the exchange year always has to be brilliant? Can you really honestly laugh at someone who feels bad and still think that you are doing a good thing?
Because I feel really pressured to tell everyone that I like it in England and that I’m very good.

But fact is that I like some things here. But not everything.
And at the moment there are more things i dislike. At the moment, some good things are dragging me through (can you say it this way, i don’t know :) )

I just don’t feel accepted in my class. They don’t seem to care a shit about me. They don’t wait for me, they don’t really talk to me, they’re not interested in me. (except in some really intimate things – great, isn’t it?)
But still I don’t know if it is worth fighting for. Because if it is, if I can improve the situation, I’ll do all I can.
But if it doesn’t get better after the holidays – I seriously have to think about coming home- back to switzerland.

The only thing I’m really scared of are the reaction of people.
I don’t even know how it will be when I put that post on the internet.

But a good friend said to me, it’s better to come home than to suffer the whole time.
And if I’ll only suffer, it just makes no sense, does it?

But I’m still scared of going home. I don’t know how the reactions are going to be. And I don’t know who will laugh at me. And maybe I’ll regret coming back later.
And I no absolutely NOBODY who came back from an exchange year because of his or her own decision. The only people that went home were being sent back home because they had done something wrong.

So I just don’t know what to do.
It even could be possible that my situation is not as bad as I think it is.
I have a bit of a paranoia and think that people hate me even if they don’t. My imagination has always been brilliant.

I want to stop now.
Sorry if this post is very confusing, I just needed to write something down.

I love you all
Ann

I wrote this post yesterday evening.
But now things have changed a bit.
Although Chloe and Jennifer won’t spend time with me this weekend because they want to be together. Just to remind you, Jennifer is Alexis’ sister and normally goes home on the weekends. But not this time. Meg is out this weekend – another exception.
So Chloe and Jennifer wanted to go shopping without me today, but it’s ok with me, because I don’t feel very well anyway (sore throat) and I need some rest.
I had a very long discussion with my mother on the phone. This gave me a bit new courage.
I haven’t surrendered. Not yet.
I have to get myself out of the misery that is only my fault. I felt too sorry for me.
Things don’t always are the way I want. It also reassured my that I could go home if I wanted.
But as long as I see the shining ray in the dark sky, I will not stop to fight.
My mother also told me that I have to take some time for me, and find my center once again.
That’s exactly what I’m doing this weekend: Be alone, play computer games, practise some piano and recorder, read, sleep a lot.

You see, my feelings change every single day.
But I hope that the change from yesterday to today will be a permanent one, one that lasts for a while.
The thing that brings me down the most is me – I will try hard that I can stay in England.
But if it doesn’t work, I can still go home. So I have two possibilities.
What more can I want?

Ann



Ich kann es einfach nicht glauben! Es ist so typisch ich. Ihr werdets mir kaum glauben, aber ich habe es tatsächlich geschafft, mir, nach langsamem Einleben, schon einen fatalen Fehler zu leisten! Ich war noch nie ein beliebtes Mädchen, bin es jetzt nicht und werde es auch nie sein. Das weiss ich und ich gebe mir einfach Mühe, so gut wie möglich akzeptiert zu werden und „dabei“ zu sein.

Ich merke zwischendurch wieder, dass ich halt nicht der Mittelpunkt in unserer Klasse bin und ich gehe oft hinter den anderen anstatt neben ihnen und niemand spricht mit mir, wenn ich nicht das Gespräch beginne. Ich nehme das nicht sooo als Problem war, da ich denke, es wird vielleicht besser. Und solange mich niemand mobbt, ist alles für mich OK.

Alexis, meine Zimmerkollegin, ist der totale Gegensatz zu mir. Sie ist ein Partygirl, sie ist sofort extrem beliebt, überall dabei, ein bisschen ein Bad Girl, war öfters betrunken und hat mit Jungen geschlafen und sie raucht.
Und gerade der letzte Punkt hat mir jetzt ein Problem beschert an dem nur ich Schuld bin und ich nicht weiss, wie das ganze rauskommen wird.

Fakt ist, dass Alexis öfters mal mit Lindsey und ein paar anderen (von denen ich nicht weiss, wer sie sind, da das ganze Thema Rauchen eher geheim ist) rauchen gegangen – ausserhalb des Schulareals.
Vorgestern wurden sie von einem Lehrer erwischt, aber er hat sie nur ermahnt und keine weiteren Strafen unternommen. Trotzdem ist Alexis ziemlich nervös, da sie Angst hat, der Lehrer könnte ihren Eltern etwas erzählen.
So wie es rüberkommt, hat sie nämlich ziemlich schwierige Familienverhältnisse (Mutter schlägt sie und Alexis hasst ihre Mutter und der Vater trinkt anscheinend ziemlich viel und interessiert sich nicht so für seine Tochter). Wahrscheinlich wird Alexis mit 16 von zuhause ausziehen.

Naja, auf jeden Fall dachte ich, dass bisher jeder weiss, dass Alexis raucht und heute in der Physikstunde ist es mir rausgerutscht. Ich dachte, ich rede nur zu einem Jungen, der es eh schon weiss. Aber nein, ich bin so dumm und merke nicht, dass noch andere zuhören! Der Lehrer natürlich nicht inbegriffen, versteht sich.
Auf jeden Fall haben mich nachher Mädchen aus meiner Klasse angesprochen, warum ich das gemacht habe. Alle hätten es gehört und das sei nicht gut. Alexis wolle nicht, dass es alle wissen. Ich fragte die Mädchen, ob Alexis wisse, was ich gesagt habe und ob sie wütend auf mich sei. Beide Fragen wurden bejaht.
Für mich war es mittlerweile einfach klar gewesen, dass Alexis raucht und ich dachte, dass die meisten es wüssten. Ich ging ja nicht gross rum und habe es erzählt. Mir ist einfach eine kleine Bemerkung rausgerutscht und jetzt stehe ich als „Täderlichatz“ da, der man nicht vertrauen kann. Jetzt kann ich den Anschluss ja wohl vergessen, nicht!?!!

Ich habe mich ziemlich aufgewühlt bei Alexis entschuldigt und halb geweint. Ich bin soooo wütend auf mich selbst. Der heutige Tag war vom sozialen Aspekt her gut verlaufen, und was mache ich? How stupid can one person be???

Alexis hat mir vergeben und ich glaube, sie ist nicht mehr wütend auf mich. Aber im Moment ist sie bei anderen im Zimmer und ich habe das Gefühl, morgen wird schon die ganze Schule wissen, was ich gemacht habe.
Na, gute Nacht! Das Vertrauen ist weg, bevor es sich entwickeln konnte. Und in Hausaufgaben ertrinke ich auch.
Ich werde ja sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Das einzige, was ich hoffen kann, ist, dass es die Leute schnell vergessen und mich niemand deswegen ausschliesst. Schliesslich kann so was mal passieren, oder doch nicht?!

Und irgendwie stockt meine Musik auf dem Computer immer beim Abspielen. God knows why.
Mann… alles läuft schief, nachdem ich gedacht habe, alles laufe gut.
…..
Scheisse
…..



Hallo alle zusammen!

Habe schon lange nicht mehr geschrieben – jetzt müssen die Hausaufgaben eben ein bisschen zurücktreten, damit ich Zeit für meinen Blog habe.

Das erste Wochenende war ziemlich cool, wir gingen nach Maryhill um einzukaufen. Das ist ein riiieeesiges Shoppingcenter – ich fühlte mich irgendwie an Amerika erinnert und was man von den Einkaufsmöglichkeiten dort so hört.
Danach kam Chloe (habe ich sie schon erwähnt?? Ein nettes elfjähriges Mädchen – sehr reif für ihr Alter!) in mein Zimmer und blieb so ziemlich das ganze Wochenende bei mir. Meg bleibt am Wochenende auch hier und ich hatte die Gelegenheit, sie ein bisschen besser kennen zu lernen. Ich mag sie wirklich und bin also zumindest im Haus gut aufgehoben. Jetzt bin ich einfach noch gespannt auf meine neue Zimmerkollegin. Ihre kleine Schwester wird sich mit Chloe und ihrer Mitbewohnerin Jasmine (Jas) ein Zimmer teilen. Sie heisst Alex und ich glaube, sie kommt schon morgen, nicht erst Sonntags! Ich werde ihr wohl die Schule nicht so gut zeigen können, wie ich gerne möchte, aber ein bisschen was erklären kann ich sicher.

In der Klasse bin ich noch überhaupt nicht sicher, wie die Kinder so sind. Die Jungs reissen einfach dumme Sprüche und sind etwas unreif (wen wunderts ;) ), aber ein paar von ihnen scheinen ganz nett zu sein.
Die Mädchen ziemlich nett (die meisten). Sie können aber auch etwas „bitchy“ sein…
Wir sind sieben Mädchen (mit mir) und etwa 12 Jungen in der Klasse. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Ich hoffe einfach, dass ich akzeptiert werde!! Momentan weiss ich einfach nicht, woran ich bin, aber es wird schon alles gut werden.

Der Unterricht in der Schule ist gut, ich werde zwar nicht das lernen, was ich zuhause würde, aber wir werden sehen.
Ich bin im Moment weder sehr über- noch unterfordert und die Lehrer sind, wie überall, teils Top, teils Flop. Mit Flop ist hier aber nicht jemand gemeint, der uns gar nichts beibringt. Das scheint es hier zum Glück nicht zu geben. Mit Flop meine ich nur etwas sehr unfreundlich und streng.

Ich bin also einfach im Moment noch sehr unsicher, aber ich kenne mich immerhin auf dem Schulgelände schon besser aus.
Ich weiss einfach, dass ich sicher immer auf Annie (eigentlich soll ich sie Ani schreiben, also tu ich das ab jetzt), Meg und Chloe vertrauen kann. Sie werden mir sicher helfen…

Jetzt weiss ich gerade nicht, was ich noch schreiben soll :) Ich sollte meine Hausaufgaben jetzt machen =)

Ich vermisse euch alle!

Lots of Love
Ann



et cetera